Wissenswertes rund um den Hund

Nackenschütteln und Alphawurf als Bestrafungsmethode

Wenn Sie Ihren Hund zur Bestrafung am Nackenfell schütteln oder den Alphawurf anwenden, vermitteln Sie ihm: „Ich möchte dich hier und jetzt umbringen“. Kein Wolf/Hund dieser Welt würde das mit seinen Jungen bzw. Artgenossen machen, dafür sind Wölfe/Hunde viel zu souverän und umsichtig im Umgang mit ihrem Rudel.

Wölfe/Hunde schütteln ihre Beute ausschließlich, um sie zu töten, indem Sie ihr das Genick brechen.Der Alphawurf sollte niemals angewendet werden, denn mittlerweile weiß man längst, dass der Rangniedrigere nicht vom Ranghöheren hingeworfen wird. Beta wirft sich vor Alpha hin, nicht umgekehrt!!!!

Jede Drohung dieser Art ist nur ein Beweis Ihrer Hilflosigkeit. Eine Auslöschung (=Extinktion) solcher Situationen gibt es nicht. Hunde merken sich ein Leben lang, wenn ihnen etwas Böses widerfahren ist.

Der hat doch noch Welpenschutz

Falsch – Welpenschutz existiert in diesem Sinne gar nicht. Dieser besagte Welpenschutz gilt nur im eigenen Rudel, also unter eigenen Hunden, Geschwistern und der Mutterhündin. Viele erwachsene Hunde sind oft sehr schnell genervt und beginnen, den Quälgeist zu korrigieren. Es gibt aber auch einige Hunde, die aggressiv auf Welpen reagieren. Allem in allem wäre es wohl besser, solche Situationen nicht herauszufordern und dem Welpen diese Erfahrungen zu ersparen.

Das machen Sie sich schon untereinander aus

Ja – oft ist es auch so. Jedoch sollte man zu wildes Spiel bei beginnendem Mobbing und der Andeutung von Drohgebärden (= cut off signals) sofort unterbinden.

Der springt an mir hoch – so ein dominanter Hund.

Falsch – Es ist ein sehr unterwürfiger Hund! Der Sinn und Zweck des Hochspringens ist, dass der Hund Ihre Mundwinkel erreichen möchte. Ein Hund, der die Mundwinkel eines anderen leckt, beschwichtigt und unterwirft sich diesem. Das heißt, er möchte jegliche Aufregung und Stress vermeiden. Was bedeutet es also für einen Hund, wenn wir diesen hinunterstupsen und anschnauzen? Richtig – noch mehr beschwichtigen und hochspringen, um die Situation zu entschärfen. Man sollte also möglichst ruhig und bestimmt auf den Hund einreden und ihm verdeutlichen, dass es keinen Grund zur Aufregung gibt. Gegebenenfalls kann man das Mundwinkellecken in ein Händelecken umkonditionieren.

Na, der ist aber müde

Gähnen zählt zu den markantesten Beschwichtigungssignalen in der Sprache des Hundes. Hunde gähnen zu 90% aus Beschwichtigung, Aufregung und Stressabbau. Nur zu den restlichen 10% ist er wirklich müde. Übrigens wird das müde Gähnen fast nie mit einem akustischen Laut kombiniert.

Der ist aber eifersüchtig

Viele Hunde haben die Angewohnheit, sich zwischen zwei Menschen zu stellen, vor allem bei Begrüßungsszenarien oder Umarmungen. Sind diese Hunde nun wirklich eifersüchtig? Nein, splitten ist ein weiteres Beschwichtigungssignal. Hunde verwenden ihren Körper also als Barriere, um eventuellem Streit und Ärger vorzubeugen, also um uns zu schützen.

Der Balljunkie – die Sucht nach Adrenalin

Hunde sind Beutehetzer und -greifer! Obwohl der Jagdtrieb unseres Hundes oft unerwünscht ist, verstärken wir ihn manchmal doch unbewusst. Wölfe bzw. Hunde jagen ihrer Beute oft stundenlang hinterher, und erst kurz bevor sie die Beute tatsächlich ergreifen und erlegen, wird ein Adrenalinstoß freigesetzt.Adrenalin ist ein Stresshormon. Das heißt, wenn wir Bälle oder Stöcke werfen, machen wir nichts anderes, als unsere Hunde zu perfekten Jägern auszubilden und sie andererseits mit Stress zu überschütten. Um diese Stresshormone (Adrenalin bzw. Cortisol) wieder völlig abzubauen, benötigt der Organismus Wochen bis Monate. In vielen Tierheimen Österreichs gibt es deshalb bereits ein striktes Ballspielverbot! Übrigens wird das Hörvermögen des Hundes während der Hetzjagd auf 30% heruntergedrosselt, um seine Körperreserven aktivieren zu können. Das bedeutet, dass unsere Hunde während des Jagdprozesses nur schwer unsere Regeln befolgen wollen und können.

Schau, wie der wedelt, der freut sich aber.

Wenn Hunde mit dem Schwanz wedeln, bedeutet das AUFREGUNG. Diese Aufregung kann sowohl positiv in Form von Freude sein oder negativ in Form von Unsicherheit, Angst, Aggression, Stress,… Warum ein Hund wedelt, ist also situationsabhängig. Viele Hunde wedeln beispielsweise beim Tierarzt und das sicher nicht, weil sie sich so sehr auf die Impfung freuen, sondern zur Stressbewältigung.

Hunde können keine Farben sehen

Hunde können sehr wohl sehen, nur nehmen sie Farben und Kontraste anders wahr als wir Menschen.